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Philipp Felsch: Wie August Petermann den Nordpol erfand

Philipp Felsch: Wie August Petermann den Nordpol erfand
Felsch

In der Literatur nehmen, soweit ich das überschauen kann, Vermesser ja eher einen bescheidenen Teil ein. Den richtig großen Durchbruch schaffte Daniel Kehlmann mit seinem Roman: Die Vermessung der Welt.
Der Autobiografie von August Petermann, einem deutschen Kartographen der zwischen 1822 und 1878 lebte, nimmt sich Philipp Felsch in seinem Buch: Wie August Petermann den Nordpol erfand an. August Petermann ist bzw. war mir, der zwar bekanntermaßen kein Kartograph aber immerhin in einer artverwandten Branche tätig ist, kein Begriff. Petermann ist überzeugt, dass der Nordpol, den bis dato noch keiner erreicht hatte, eisfrei ist. Auch nach zahlreichen Expeditionen, die selbstverständlich kein offenes Polarmeer vorfanden und allesamt ohne den Theoretiker stattfanden, konnten ihn bis zu seinem Tod nicht von seiner These abbringen.

Philipp Felsch hat die Geschichte eines eher unbekannten deutschen Wissenschaftler, August Petermann, unterhaltsam in seinem Buch zusammengetragen. Beigefügte Karten aus dem 19. Jahrhundert schmücken dieses Werk ab.

978-3630621784


Bernd Pesch: Bestimmung der Messunsicherheit nach GUM - Grundlagen der Metrologie

Bernd Pesch: Bestimmung der Messunsicherheit nach GUM - Grundlagen der Metrologie
Pesch

Die Angabe eines Messergebnisses ist erst dann vollständig, wenn neben der Messgröße auch die Angabe einer Messunsicherheit vorliegt, die in den korrekten Einheiten angegeben werden. In der Geodäsie ist es seit je her gang und gäbe, das erzielten Messergebnisse zu beurteilen und kritisch zu hinterfragen. Durch verschiedene Vorschriften und Erlasse ist der Vermesser zum Teil auch gezwungen, redundante Messgrößen zu erzeugen und einen Nachweis über die Qualität seiner Arbeit zu erbringen. Die Fehlerlehre und Ausgleichungsrechung gehört somit zum festen Bestandteil der Ingenieursausbildung.

Immer häufiger hört bzw. liest man bei der Bestimmung und Angabe von Messunsicherheiten den Begriff GUM, welcher für Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement steht, was zu Deutsch so viel heißt wie Leitfaden zur Angabe der Unsicherheit beim Messen. Dieses Buch zeigt, was sicher hinter GUM verbirgt, wie es anzuwenden ist und wo die eigentlichen Unterschiede gegenüber der konventionellen Bestimmung von Unsicherheiten liegen. Die mir vorliegende 1. Auflage enthält noch einige Fehler, die, so hat mir der Autor versichert, in der kommenden Auflage behoben sein sollen.

978-3833010392


Jack B. Kuipers: Quaternions and Rotation Sequences - A Primer with Applications to Orbits, Aerospace and Virtual Reality

Jack B. Kuipers: Quaternions and Rotation Sequences - A Primer with Applications to Orbits, Aerospace and Virtual Reality
Kuipers

Rotationen sind nicht nur für Mathematiker ein faszinierendes Thema. Mitunter könnte man es auch gut und gern als eigene Wissenschaft bezeichnen. Auch in der Geodäsie wird man über kurz oder lang nicht an diesem Thema vorbeikommen. Das wohl trivialste Beispiel liefert unser Heimatplanet, die Erde, die täglich eine Rotation um ihre eigene Achse macht und zusätzlich eine jährliche um die Sonne. Von welcher Wichtigkeit die Kenntnis solcher Drehungen ist, zeigt sich beispielsweise in der Navigation - Stichwort: satellitengestütze Messsysteme - oder auch in modernen 3D-Computerspielen.
Das hier vorliegende Buch von Kuipers befasst sich mit Rotationen. Dabei wird der Fokus auf die Drehung mit den sogenannten Quaternionen gelegt, die William Rowan Hamilton 1843 entdeckte. Hierbei handelt es sich um ein Zahlenquartetttupel, vergleichbar mit einem Vektor, in dem drei komplexe Werte enthalten sind, die eine Rotation im 3D-Raum beschreiben. Dem Leser werden zunächst die Eulerwinkel und Rotationsmatrizen detailliert beschrieben, bevor Kuipers auf die Quaternione zu sprechen kommt. Das Buch ist meines Erachtens sehr didaktisch aufgebaut. Es wird auf seitenlange Herleitungen von Formeln verzichtet, für die sich in der Praxis eh kaum jemand interessiert. Stattdessen wird mit vielen einfachen (Zahlen-)Beispielen der Stoff sehr anschaulich dargebracht. Das Buch, welches vom amerikanischen Militär gefördert wird (natürlich nicht ganz uneigennützig), ist in englischer Sprache. Aber dies - muss ich sagen - stellt kein unüberwindbares Hindernis dar.

0-691-10298-8


Martin Nitschke: Geometrie - Anwendungsbezogene Grundlagen und Beispiele

Martin Nitschke: Geometrie - Anwendungsbezogene Grundlagen und Beispiele
Nitschke

Dieses Buch ist der Reihe Mathematik-Studienhilfe entnommen, an der verschiedene Autoren zu verschiedenen mathematischen Themengebieten (z.B. Analysis, lineare Algebra oder Wahrscheinlichkeitsrechnung) einen Band geschrieben haben. Dr. Martin Nitschke ist an der Hochschule Neubrandenburg Mathematikdozent und hält unter anderem Vorlesungen in darstellender Geometrie und Mathematik im Studiengang Vermessungswesen.
Im ersten Kapitel dieses Buches wird das unwichtig geglaubte und längst eingestaubte Schulwissen angehender Diplomingenieure aufgefrischt, um dann in den weiteren Kapiteln, wie beispielsweise Matrizen, Vektoren, Koordinaten oder Kurven, Flächen, Körper, darauf aufbauen zu können. Dieses Buch wird an vielen Stellen durch unzählige Grafiken sinnvoll und zum Verständnis beitragend vervollständigt. Auch stellt Nitschke zu jedem Kapitel einzelne Fragen, mit denen der geneigte Leser den zurückliegenden Bereich noch einmal verinnerlichen kann. Erschienen ist das Buch, welches ca. 10 Euro kostet, beim Fachbuchverlag Leipzig. Weitere Informationen sowie eine Fülle von zum Buch gehörenden MATLAB-Files sind auf geometrie.hs-nb.de zu finden.

3-446-22676-1


Rolf-Werner Rebenstorf, Martin Nitschke (Hrsg.): 10 Jahre Studiengang Vermessungswesen an der Fachhochschule Neubrandenburg

Rolf-Werner Rebenstorf, Martin Nitschke (Hrsg.): 10 Jahre Studiengang Vermessungswesen an der Fachhochschule Neubrandenburg
Rebenstorf & Nitschke (Hrsg.)

Zehnjähriges Jubiläum des Studiengangs Vermessungswesen wurde 2003 an der (Fach)Hochschule Neubrandenburg gefeiert. Für diesen Anlass wurde von Prof. R.-W. Rebensdorf und Dr. M. Nitschke eine Festtagsschrift herausgegeben. Verschiedene Autoren haben dieses Ereignis genutzt, um die zurückliegende Zeit Revue passieren zu lassen.
Nicht immer ist ein direkter Bezug zur Entwicklung der Hochschule bzw. der Fachrichtung des Ingenieurstudiengangs in den Beiträgen ersichtlich, da mitunter auch die allgemeine Entwicklung des Vermessungswesens in Mecklenburg thematisiert wird. Dies ist sicherlich ein kluger Schachzug, da sich mit dem Fall der Mauer auch hier eine turbulente Entwicklung vollzogen hat.
Zum Anderen wurde von der GfG - Gesellschaft zur Förderung der Geodäsie e.V. - ein Sonderheft des Nordpfeils veröffentlicht, in dem Hochschulangehörige ihren persönlichen Werdegang und die erste Dekade an der Neubrandenburger Hochschule beschreiben. Somit bietet diese Veröffentlichung auch einen grundsätzlichen Überblick zur Entwicklung der Aufgaben der Geodäsie seit der Vereinigung und liefert zum Teil Ausblicke auf zukünftige Arbeitsbereiche. Auf die nächsten Zehn!

3-932227-57-3


Michael Lösler, Andy Wolf: Volumenberechnung von einzubringendem Gussasphalt auf Brücken: Softwarekonzept und Implementierung zur a-priori Abschätzung des einzubringenden Volumens

Michael Lösler, Andy Wolf: Volumenberechnung von einzubringendem Gussasphalt auf Brücken: Softwarekonzept und Implementierung zur a-priori Abschätzung des einzubringenden Volumens
Lösler & Wolf

Die Asphaltierung von Brücken ist technologisch bedingt erst in der letzten Bauphase möglich, so dass u.a. Setzungsdifferenzen oder Resultate von vorangegangenen Arbeiten anderer Firmen berücksichtigt werden müssen. Die Einhaltung der geplanten Fahrbahngradiente ist oftmals nicht möglich, da im Rohbaukörper vorhandene Abweichungen zu dieser unberücksichtigt bleiben. Unzulässige Unebenheiten in der Fahrbahntafel können z.B. zu erheblichen Mehrvolumen führen. In dieser Arbeit der beiden Hochschulabsolventen der HS Neubrandenburg wird ein Softwarekonzept vorgestellt und realisiert, die diese Probleme vor der Asphaltierung aufdeckt und Ansätze zur Lösung liefert und im Ergebnis ein Volumen unter Einhaltung bestehender Vorschriften berechnet.

978-3639145823


Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
Kehlmann

Diesmal kein Buch über Ausgleichsrechnung, Datumstransformationen, Fehlerfortpflanzung oder Ingenieurvermessung, sondern ein Roman. Sicher, nicht ganz passend, aber da man Erzählungen, in denen die Vermessungszunft so vordergründig behandelt wird, an einer Hand abzählen kann, auch kein Beinbruch, es hier zu besprechen. Zwei großen Deutschen widmet sich Daniel Kehlmann in seinem Roman Die Vermessung der Welt. Zum einen Alexander von Humboldt, der eine Expedition in Südamerika als Naturforscher und Geodät durchführt und zum anderen Carl Friedrich Gauß, dem Fürsten der Mathematik.
Jeweils abwechselnd widmet sich Kehlmann den beiden Wissenschaftlern und deren Werdegängen, bis sich beide am Ende des Romans in Berlin treffen und über ihre Arbeit austauschen. Dass die beiden Hauptakteure nun zufällig Humboldt und Gauß heißen, scheint eher schmückendes Beiwerk und letztlich Mittel zum Zweck zu sein. Eine echte Würdigung der Arbeit, der Entdeckungen, der Wissenschaft findet nicht statt. Die Erzählweise ist recht angenehm: humorvoll, ironisch und unterhaltsam, so dass ich das Buch recht schnell ausgelesen hatte. Wer nicht den Anspruch auf eine geodätische Facharbeit hegt und lediglich entspannte Unterhaltung sucht, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.

3-498-03528-2


Richard Demmig: Kreis, Ellipse, Hyperbel, Parabel

Richard Demmig: Kreis, Ellipse, Hyperbel, Parabel
Demmig

Wie dem Titel dieses 1977 in der 3. Auflage erschienenen Buches bereits zu entnehmen ist, beinhaltet es die geometrischen Figuren Kreis, Ellipse, Hyperbel und Parabel. Diese vier Kurven können sich beim Schnitt einer Ebene mit einem Kegel, dem so genannten Kegelschnitt, ergeben. Es existiert somit ein direkter mathematischer Zusammenhang zwischen den Kurven und demzufolge auch eine einheitliche Grundformel.
Richard Demmig widmet jeder dieser vier Formen ein separates Kapitel, welche sich vom Aufbau nicht großartig unterscheiden. Geklärt werden zunächst Begriffe und Bezeichnungen, um dann auf verschiedene Formen, wie beispielsweise die Ursprungsform oder die Scheitelform, einzugehen. Zu jedem Komplex gibt es ausführliche Rechenbeispiele, an denen der zurückliegende Stoff angewandt wird.
Etwas verwundert hat mich, dass das Buch handschriftlich erstellt wurde und trotzdem die Lesbarkeit nicht darunter leidet.

3-921092-06-X